Zum Gedenken an Ramazan Avcı: Betroffenenperspektive stärken, rechten Strukturen entgegentreten!

Heute jährt sich zum 35. Mal der Mord an Ramazan Avcı am Hamburger S-Bahnhof Landwehr. Zusammen mit zwei Begleitern, zu denen auch sein Bruder gehörte, wurde Ramazan Avcı von Neonazis angegriffen, die mit Ketten, Holzkeulen, Axtstielen und Gummiknüppeln bewaffnet waren. Bei der Flucht vor den Angreifern können Ramazan Avcıs Begleiter fliehen, er selbst wird von einem Auto der Neonazis erfasst und anschließend, am Boden liegend, getreten und geschlagen. Er erliegt seinen Verletzungen am 24. Dezember im Krankenhaus. Seine Verlobte, Gülüstan Avcı, bringt wenige Tage später den gemeinsamen Sohn zur Welt. Ramazan Avcı wurde 26 Jahre alt, er hatte große Teile seines Lebens noch vor sich.

Im Prozess gegen die Angeklagten wird Anklage wegen Totschlags erhoben, nicht wegen Mordes. Laut Strafgesetzbuch handelt es sich nur um einen Mord, wenn er aus niederen Beweggründen – wie beispielsweise Rassismus – begangen wurde. Die Argumentation der Staatsanwaltschaft lautet, dass dies auf die Täter zwar zutrifft, dies jedoch nur eine zusätzliche Motivation darstellte (Quelle: https://www.ndr.de/geschichte/chronologie/1985-Skins-schlagen-Ramazan-Avci-tot,avci106.html). Hauptsächlich hätten sich die Neonazis wegen des Tränengases rächen wollen, das die drei Angegriffenen zur Verteidigung anwendeten. Die Urteile für Ralph L. und Uwe P. lauten zehn bzw. sechs Jahren Haft wegen Totschlags. Wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung erhalten Volker K. und René W. je dreieinhalb Jahre Jugendstrafe. Norbert B. wird wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Die milden Urteile lassen Angehörige und Freund*innen der Familie bis heute fassungslos zurück.

Auch politisch erhielten Gülüstan Avcı und ihr Sohn nur vereinzelt Unterstützung, von offizieller Seite der Stadt oder des Senats kümmerte sich niemand. Bis heute hat sich keine offizielle Stelle bei ihnen gemeldet, um sich zu entschuldigen, es gab keinerlei Entschädigungszahlungen (Quelle: https://www.mopo.de/hamburg/grausame-tat-in-hamburg-sie-schlugen-und-traten-auf-einen-wehrlosen-ein-37809508). Stellvertretend dafür stehen die Aussagen des damaligen Innensenators Rolf Lange (SPD), der erklärt, es handele sich um einen Einzelfall, „das Opfer hätte genauso gut ein Deutscher sein können.“ Auch Oppositionsführer Hartmut Perschau (CDU) wollte „nicht an eine gezielte Aktion gegen einen Ausländer“ glauben (Quelle: https://www.mopo.de/hamburg/ramazan-avci—26—dieser-hamburger-war-eines-der-ersten-opfer-von-rechten–10842944). Der Mord an Ramazan Avcı kann daher nicht isoliert betrachtet werden, er steht stellvertretend für ein gesellschaftliches Klima, welches rechte Gewalttaten schlicht zuließ und förderte. Dutzende Angriffe auf People of Color und Menschen mit Migrationserfahrung fanden in den Monaten und Jahren zuvor statt, auch in Hamburg.

Ähnliche Entwicklungen erleben wir auch heute wieder. Gülüstan Avcı berichtete im Interview mit der taz vom letzten Jahr, dass auch sie in jüngster Vergangenheit auf offener Straße körperlich angegriffen und rassistisch beleidigt wurde (Quelle: https://taz.de/Hinterbliebene-ueber-rassistischen-Mord/!5647296/). In ihr lebt das Gefühl fort, jederzeit zum Opfer werden zu können. Dafür sorgen, neben den Äußerungen von menschenfeindlichen Parteien, auch etablierte Strukturen im Stadtbild. So wie die Täter sich damals in der „Gaststätte Landwehr“ trafen, von der regelmäßig Gewalttaten ausgingen, gibt es leider auch heute noch zahlreiche rechte Treffpunkte und Kneipen in Hamburg. Dazu zählen in Teilen auch Orte, die mit Fußballvereinen und dessen Fans eng verbunden sind. Die Mörder von Ramazan Avcı waren beispielsweise organisierte Anhänger unseres HSV. Als solche waren sie jedoch keinesfalls isoliert. Bei einem Heimspiel im Februar 1986 wurden von rechten Skinheads Flugblätter im Volkspark verteilt, auf denen der Politik die Schuld für die Tat gegeben wurde, da diese zugelassen habe, dass „so viele Ausländer nach Deutschland kämen.“ Indem rechtsextremen Einstellungen Freiräume überlassen werden, werden Angriffe auf Menschen, die nicht in ein neonazistisches Weltbild passen, billigend in Kauf genommen. Dagegen gilt es, sich zu organisieren und solchen Strukturen entgegen zu treten.

Dem Engagement von Gülüstan Avcı und der Initiative zum Gedenken an Ramazan Avcı ist es zu verdanken, dass im Jahr 2012 der Tatort am S-Bahnhof Landwehr in Ramazan- Avcı-Platz umbenannt worden ist. Einen Platz zum Gedenken an die Opfer und zur Information über rechtsextreme Gewalttaten zu schaffen, ist ein erster Schritt, um diese in Zukunft zu verhindern. Deswegen schließen wir uns dem Aufruf zur Teilnahme an der Gedenkveranstaltung zum 35. Todestag von Ramazan Avcı an. Diese findet, unter Einhaltung der Corona-Auflagen, am 21.12. um 18 Uhr am Ramazan- Avcı-Platz statt.

Folge 04 – Ständig auf Achse: Die rollenden HSV-Fans

Als rollende HSV-Fans haben sich André und Marcel in sozialen Netzwerken und der HSV-Fanszene bereits einen Namen gemacht. Sie fahren regelmäßig zu Heim- und Auswärtsspielen und schauen sich auch gern Stadien anderer Ligen und Vereine an. Doch wie erleben die beiden als Rollifahrer den normalen Wahnsinn eines Spieltages? Was für schöne Erlebnisse, aber auch Widrigkeiten kann ein Stadionbesuch für sie mit sich bringen? Wir sprechen mit den beiden über Barrierefreiheit im Fußball und in der Gesellschaft, über ihre Anfänge in der HSV-Familie und ihre Sehnsucht nach Stadionbesuchen in der Corona-Zeit. Mehr Infos und regelmäßige Updates zu André und Marcel findet ihr auf ihren Kanälen bei

Twitter: Marcel Fricke (@rollenderhsvfan) / Twitter
Facebook: Rollenderhsvfan | Facebook
Und Instagram: rautenfranz (André Fricke), rollenderhsvfan (Marcel Fricke)

 

Folge 03 – Das Hamburger Weg Klassenzimmer

In die Schule gehen wir selbst nicht mehr, das Klassenzimmer des Hamburger Wegs finden wir trotzdem spannend. Im Volksparkstadion werden für Schulklassen Workshops zu verschiedenen Themen angeboten. Zu Gast ist Robin, Lehrkraft im Klassenzimmer, von dem wir uns das Projekt erklären lassen. Gemeinsam sprechen wir über Ansätze für pädagogische Arbeit mit Fußballfans, über die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen dieser Arbeit.

Mehr Infos zum Klassenzimmer findet ihr hier: https://www.hsv.de/volksparkstadion/testseite-stadionfuehrung-museum/hh-weg-klassenzimmer

Folge 02 – Blick über den Tellerrand: Die Schalker Fan-Initiative

Im Rahmen unseres Auswärtsspiels in Bochum im Februar, waren wir bei der Schalker Fan-Initiative e.V. (https://www.fan-ini.de/ ) zu Gast. Bei Bier und Pizza tauschten wir uns auf der „Schalker Meile“ über das aus, was uns in Hamburg und Gelsenkirchen gleichermaßen bewegt: Die Arbeit gegen Rassismus, Antisemitismus, Homophobie und Sexismus im Fußballumfeld. Ein Austausch, an dem wir Euch gerne teilhaben lassen möchten.

In unserer Folge 02 unterhalten sich Simon und Julius mit Sven von der „Fanini“ über die Geschichte des Vereins, der 1992 unter dem Motto „Schalker gegen Rassismus“ entstand,  und die aktuelle Situation in Gelsenkirchen.

Wir wünschen euch viel Spaß beim Hören!

Folge 01 – Hamburger Fußball im Nationalsozialismus

„Hamburger Fußball im Nationalsozialismus. Einblicke in eine jahrzehntelang verklärte Geschichte.“ ist der Titel einer Wanderausstellung der KZ-Gedenkstätte Neuengamme, die zum ersten Mal 2016 im Hamburger Rathaus gezeigt wurde. Wir sprechen mit Paula, die an der Erarbeitung der Ausstellung beteiligt war, über diese Geschichte. Welche Rolle spielte der Fußball im Nationalsozialismus? Wer konnte damals überhaupt Fußball spielen? Was lässt sich über den HSV zu dieser Zeit sagen?

Wir wünschen viel Spaß beim Hören, und empfehlen euch einen Besuch der KZ-Gedenkstätte Neuengamme: https://www.kz-gedenkstaette-neuengamme.de/

Kleine Berichtigung: Das erste Endspiel um die deutsche Fußballmeisterschaft fand 1903 nicht in Hamburg statt, sondern im benachbarten Altona, das zur der Zeit noch eigenständig war.

Kleine Berichtigung Teil II zu den Olympischen Spielen 1936, bei denen keine jüdischen Sportler*innen für Deutschland antreten durften: Der Vollständigkeit halber seien Helene Mayer und Rudi Ball als Olympionik*innen erwähnt. Diese wurden von den Nazis nach den Nürnberger Rassegesetzen als sogenannte „Halbjuden“ eingestuft. Sie wohnten Mitte der 1930er Jahre nicht mehr in Deutschland, kamen für die Olympischen Spiele zurück, wurden allerdings vom Großteil der jüdischen Gemeinschaft nicht als ihre jüdischen Vertreter*innen wahrgenommen. Mehr zum Thema z.B. bei Henry Wahlig (2015): Sport im Abseits: Die Geschichte der jüdischen Sportbewegung im nationalsozialistischen Deutschland.

Netzwerk – Der Podcast vom Netz E

Liebe HSVer*innen,

mit „Netzwerk – Der Podcast vom Netz E“ startet das Netzwerk Erinnerungsarbeit ein eigenes Podcast-Format. In regelmäßigen Abständen wird sich unser Moderatoren-Team mit Gästen zu den vielfältigsten Themen rund um Antidiskriminierungs- und Erinnerungsarbeit im Fußballkontext – natürlich mit speziellem Fokus auf unseren HSV – austauschen.

In Folge 0 stellen wir nicht nur uns und die Idee hinter dem Podcast vor, sondern geben auch einen ersten Einblick in die Arbeit des Netzwerks. Als Gast steht dankenswerterweise Annabell – Netz E-Mitstreiterin der ersten Stunde – Rede und Antwort.

Viel Spaß beim Hören!

Täterschaften im Nationalsozialismus – Eine Projektfahrt (nicht nur) über Otto „Tull“ Harder

Otto „Tull“ Harder ist in den 1920er Jahren einer der bekanntesten deutschen Fußballspieler und Idol beim HSV. Im Sommer 1933 geht er zur SS, arbeitet ab 1939 als KZ-Aufseher und leitet später zwei verschiedene Außenlagern des KZ-Neuengamme als Lagerführer. Wir wollen nach Hannover fahren und uns diese Orte angucken. Was lernen wir dort über das Außenlager-System und die Motivationen und Handlungsspielräume von Männern wie Harder? Was für andere Formen von Täterschaften im Nationalsozialismus hat es noch gegeben? Was erzählen Überlebende von den Zuständen in den verschiedenen Lagern? Wie wird heute an den unterschiedlichen Orten der ehemaligen Lager in Hannover mit der nationalsozialistischen Vergangenheit umgegangen? Wie wünschen wir uns eine Erinnerungsarbeit beim HSV?Neben den ehemaligen Außenlagerorten werden wir die Gedenkstätte Ahlem besuchen sowie uns mit Teilen des Arbeitskreises „Ein Mahnmal für das Frauen-KZ in Limmer“ treffen.

Alle interessierten HSV Fans sind eingeladen mitzukommen. Kosten betragen inklusive Anfahrt, Übernachtung und Frühstück 25,- Euro (15,- für Schüler*innen, Studierende und Erwerbslose).

Anmelden bis zum 13.3.2020 an netze@hsv.de Abfahrt ist am 27.3.2020 um 16 Uhr und zurück sind wir am 29.3.2020 um ca. 17 Uhr.

Rechtsradikale Personen im Umfeld des Hamburger Sport-Verein

In den letzten Tagen und Wochen wurde der Hamburger Sport-Verein in den Medien vermehrt mit rechtsradikalen Personen in Verbindung gebracht.

Durch eine Exif-Recherche rückte zuletzt erneut Bernd Tödter in den medialen Fokus, auf den die NSU-Watch bereits im Jahr 2013 aufmerksam machte. Damals hieß es:

„Mit einigen Kameraden, die zum Teil aus seiner “alten” Bad Segeberger Struktur kamen und ebenfalls in Kassel gelandet waren, gründete er 2003 einen Fanclub des Hamburger Sportvereins, die HSV Pit Bull’s, die seit 2006 auch als eingetragener Dartsport-Verein im Ligabetrieb spielen. Seine damalige Kasseler Lebensgefährtin und sein bis 2005 im sächsischen Zwickau wohnender Bruder traten gar als Vorsitzende eines Dartsportbund Deutschland auf. Neonazis aus dem Kreis der HSV Pit Bull’s waren es auch, die 2004 im nordhessischen Wethen über Wochen hinweg eine kurdische Familie terrorisierten, bis diese schließlich das Dorf verließ“ (Quelle: https://www.nsu-watch.info/2013/04/nicht-aufregend-und-gar-nicht-geheim/).

Bekannt wurde die Person Bernd Tödter dabei auch dadurch, dass dieser angab in Kassel die NSU-Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt getroffen zu haben. Als er zu diesen Geschehnissen in den Zeugenstand im Rahmen des NSU-Prozess gerufen wurde, konnte Tödter sich an derartige Treffen allerdings nicht mehr erinnern. Neben seinem HSV Fanclub übernahm Tödter auch die Neonazigruppe „Sturm 18 Kassel“ und organisierte weitere neonazistische Organisationen wie eine rechtsradikale Gefangenhilfe. In Bad Segeberg tötete er 1993 einen Obdachlosen. Die Gefahr die von Tödter ausgeht ist daher unter keinen Umständen zu unterschätzen. Die NSU-Watch führte zur Person Tödter weiter aus:

„Der 38-Jährige Tödter ist das, was man gemeinhin eine “tickende Zeitbombe” nennt. Eine Spur der Gewalt zieht sich seit 20 Jahren durch seine Vita. 1993 tötete er in Bad Segeberg aus neonazistischer Gesinnung heraus einen Obdachlosen, saß dafür eine mehrjährige Jugendstrafe ab“ (Quelle: https://www.nsu-watch.info/2013/04/nicht-aufregend-und-gar-nicht-geheim/).

Nach seiner längeren Haftstrafe wohnt Bernd Tödter nun wieder in Bad Segeberg und versucht dort massiv, für die durch ihn neugegründete Neonazigruppe „Aryan Circle“ zu rekrutieren. Zuletzt trat diese Gruppierung in Erscheinung, als sie in Sülfeld zwei Personen angriffen, die im Ort angebrachte Mobilisierungs-Flyer der Gruppierung entfernten (Quelle: https://segeberg-bleibt-bunt.org/sonstiges).

Wir rufen alle HSV-Fans und vor allem diejenigen aus Bad Segeberg dazu auf, sich nicht vor seinen Karren spannen zu lassen und sich auf allen Ebenen von seiner Person sowie seiner Gruppe konsequent zu distanzieren! Seid solidarisch und lasst nicht zu, dass andere Menschen von dieser rechtsextremen Gruppierung eingeschüchtert werden!

Wer sich solidarisch zeigen möchte und nicht in Kiel beim Auswärtsspiel ist, dem empfehlen wir die Teilnahme an der Demo „Wir sind Mehr – Bad Segeberg bleibt Bunt!“ Diese findet Samstag den 09. November 2019 um 13:00 parallel zum Auswärtsspiel in Kiel statt.

Wir stehen momentan in engem Kontakt mit der Fanbetreuung, um zu überprüfen ob Bernd Tödter noch Mitglied im Hamburger Sport-Verein ist und ob der Fanclub HSV-Pittbulls noch den Status eines offiziellen Fanclubs innehat.

Weitere Informationen findet Ihr hier:

www.segeberg-bleibt-bunt.org
http://www.wethen.de/pitbull2.htm
https://www.nsu-watch.info/2013/04/nicht-aufregend-und-gar-nicht-geheim/
https://exif-recherche.org/?p=6428

Für Aufsehen sorgte in den letzten Wochen zudem ein Wahlkampfordner des Faschisten Björn Höcke in einer Jacke des HSV Supporters Club, der in einem Beitrag von Spiegel TV zu sehen ist. Das Hamburger Abendblatt berichtete in der Folge mehrfach über eine eventuelle Mitgliedschaft des Ordners im Hamburger Sport-Verein.

Grund für diese Annahme war dabei, dass diese Jacke offiziell nur an Mitglieder des HSV verkauft wird. Relativ schnell erkannte das Hamburger Abendblatt allerdings, dass naheliegender Weise auch die Möglichkeit besteht über Dritte an eine derartige Jacke zu kommen.

Auch währen der „Hamburger Michel, Wach Auf!“ Demonstrationen wurden in der Vergangenheit öfters Personen in Kleidung mit Bezug zum Hamburger Sport-Verein gesichtet. Dies zu unterbinden ist zu diesem Zeitpunkt leider genauso unmöglich wie die betreffenden Personen anhand von Fotos, die keinen Rückschluss auf die Identität der Person erlauben, aus dem Verein auszuschließen.

Nichtsdestotrotz sehen Wir es als unsere Aufgabe an klarzustellen, dass weder Bernd Tödter und sein Fanclub noch Höckes faschistische Ideologie in unserem Verein etwas verloren haben! Rassismus und Faschismus sind keine Meinung, sondern ein Verbrechen.

Love Hamburg – Hate Racism!

Frauen, Fans, Fußball – Über die Situation beim HSV

Frauen sind ein wichtiger Teil in Europas Fußballfankurven. Die Ausstellung „Fan.Tastic Females – Football Her.Story“ zeigt Biografien von verschiedensten weiblichen Fans aus unterschiedlichen europäischen Ländern. Sie alle eint die bedingungslose Liebe zu ihrem Verein. Auch in Hamburg und bei unserem HSV gibt es zahlreiche weibliche Fußballfans, die sich im Vereinsleben oder der Fankultur engagieren. Darüber hinaus gibt es beim HSV auch Spielerinnen, Mitarbeiterinnen und in der Vergangenheit mit Katja Kraus auch eine Funktionärin.

In diesem Rahmen veranstaltet das Netzwerk Erinnerungsarbeit eine Podiumsrunde und lässt vier Frauen vom HSV zu Wort kommen.

Wie ist die Situation bei ihrem Verein?

Welche Entwicklungen nehmen sie wahr?

Haben sie Erfahrung mit Diskriminierung und Zurückweisung als Frauen beim HSV gemacht und wenn ja, welche Strategien haben sie dagegen entwickelt?

Welche Wünsche haben sie an den Verein und die Fanszene?

Diese und weitere Punkte diskutieren:

Geneviève Favé (HSV-Fanprojekt)

Nicola Menke (Leitung der HSV-Stiftung „Der Hamburger Weg“)

Paula Scholz (Nordtribüne Hamburg, Netz E)

Julia Zeyn (Referentin Koordinationsstelle Fanprojekte, Promotionsstipendiatin FH Potsdam zum Thema „Politische Praktiken in der Fußballfanszene“).

Moderiert wird die Veranstaltung von Nicole Selmer (Journalistin, Ballesterer Fußballmagazin).

Ort: Klabauter Theater Hamburg, Jungestraße 7a, Nähe S-Bahn Berliner Tor

Zeit: Donnerstag, 4.10.2018, 18 Uhr

Eintritt frei

Link zur Facebook-Veranstaltung

Ausstellungszeitraum: 23.09.-06.10.2018, HSV-Museum im Volksparkstadion (täglich 10-18 Uhr, an Heimspielen bis 15 Minuten vor Spielbeginn)

Bitte bringt Kopfhörer und ein Smartphone mit QR-Funktion mit. Teile der Ausstellung werden auch bei der Veranstaltung „Frauen, Fans, Fußball beim HSV“ gezeigt.

Link zur Internetseite der Ausstellung

 


 

Veranstaltungsreihe „Fussball war schon immer unpolitisch“

„Fußball war schon immer unpolitisch“ – Eine Veranstaltungsreihe des Netzwerk Erinnerungsarbeit im HSV

Ob von Verbänden, Fankurven oder Funktionären, seit es den Fußball in Deutschland gibt, wird immer wieder die Behauptung laut, dieser sei unpolitisch. Dabei beweisen uns beispielsweise fanpolitische Forderungen nach bezahlbaren Ticketpreisen oder Auftritte von ranghohen Politiker*innen bei Länderspielen regelmäßig das Gegenteil. Die Auffassung, wer sich gegen Diskriminierung einsetzt, bringe Politik in Stadion, wird allerdings nicht nur von extrem Rechten geteilt.

In verschiedenen Formaten wollen wir uns mit dieser Veranstaltungsreihe zu den Themen Fußball, Politik, Nationalsozialismus und rechter Szene auseinandersetzen. Nicht immer hängen all diese Dinge direkt miteinander zusammen. Dennoch gab und gibt es immer wieder Überschneidungen, auf die es sich lohnt, einen genaueren Blick zu werfen.

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