Netzwerk – Der Podcast vom Netz E – Folge 05

Die „Causa“ Jatta – eine alles andere als normale Ermittlung

Selten wurde über einen Spieler mehr behauptet, erfunden und zusammengereimt als über Bakery Jatta. Wir fragen uns: Warum das alles? Wann hört das endlich auf? Dazu verschaffen wir uns in dieser Folge einen Überblick, was Spieler und Verein schon alles über sich ergehen lassen mussten. Zudem möchten wir den Blick auf das weiten, was viele Menschen mit Fluchterfahrung tagtäglich in Deutschland von Seiten der Behörden erwartet. Wir haben uns Unterstützung von Leuten geholt, die mehr Ahnung von der Materie haben als wir selbst. Vor allem aber mehr Ahnung als die, die diese Kampagne überhaupt zu verantworten haben. Neben einer Hilfsstelle für Geflüchtete haben wir auch mit Bakerys Anwalt Thomas Bliwier gesprochen. Zu guter Letzt ordnen wir die Dinge aus unserer Sicht ein und stellen klar: No matter what, we got your back!

Aufruf: Wie wollen wir gedenken?

Vor genau einem Jahr, am 27.1.2020, weihte der HSV auf Initiative des Netzwerk Erinnerungsarbeit eine Tafel in Gedenken an die Verfolgten des NS-Regimes ein. Seitdem steht diese Tafel nun am Eingang Nord-Ost neben dem Eingang zur Raute.

Wir freuen uns über diesen wichtigen Schritt, denken aber auch, dass es damit nicht getan ist. Gedenken ist ein stetiger und aktiver Prozess, der mit dem Aufstellen einer Tafel nicht beendet ist. Doch wie wollen wir als HSV diesen Prozess angehen? Wie möchten wir als Verein in Zukunft Mitgliedern der HSV-Familie, die im Nationalsozialismus verfolgt, deportiert und ermordet wurden, gedenken? Diese Frage ist sicherlich nicht nur von einzelnen Gruppen, Personen oder Institutionen unseres Vereins zu beantworten. Viel mehr sollte dies das Ergebnis von konstruktiven Gesprächen und einem Austausch sein.

Daher nutzen wir das heutige Datum, um euch nach euren Meinungen zu fragen: Habt ihr Ideen, Wünsche oder Anliegen in Hinblick auf das zukünftige Gedenken in unserem Verein? Wie würdet ihr Euch ein würdiges Gedenken in unserem Verein wünschen? Welche Projekte schweben Euch vielleicht sogar schon vor? Welche Fragen habt ihr rund um ein gemeinsames Gedenken im Verein?

Wir planen, am 27.4.2021 eine Online-Veranstaltung mit Expert:innen vom HSV und darüber hinaus durchzuführen, wo wir ein Teil eurer Antworten mit einfließen lassen wollen. Also sendet gerne vorab eure Fragen, Anregungen und Wünsche via E-Mail an: NetzE.HSV@mail.de

„Stimmen der Kurve“? – Nazi-Propaganda bleibt Nazi-Propaganda

Seit Mitte Oktober veröffentlicht die neonazistische Partei „Der III. Weg“ auf ihrer Homepage eine Interviewreihe mit dem Titel „Stimmen der Kurve“. In dieser Reihe interviewt die Partei (vermeintliche) Personen aus unterschiedlichen Fußballfanszenen zur Situation in ihrer jeweiligen Szene und zu ihren persönlichen Einschätzungen über rechte Einflussnahme im Fußball. Nachdem bisher Interviews mit Personen aus Bremen, Magdeburg, Stuttgart, Kaiserslautern, Braunschweig, Halle, Berlin, Magdeburg, Chemnitz und von Dynamo Kiew veröffentlicht wurden, lud die Neonazi-Partei am letzten Freitag (22.01.2021) ein Interview über die HSV-Fanszene hoch. Wie in allen bisherigen Interviews beklagt sich der interviewte „Frank“ unter anderem über das Zurückdrängen rechter Strukturen in seiner Szene. Wir wollen diesen Versuch einer rechten Organisation, im Fußball Fuß zu fassen und dabei unseren HSV für ihre Zwecke zu missbrauchen, nicht unkommentiert lassen und diese Interviewreihe als das benennen, was es ist: Nazi-Propaganda.

 

Die Partei „Der III. Weg“ gründete sich im September 2018 in Süddeutschland. An der Gründung waren vor allem ehemalige NPD-Funktionäre sowie Teile des ein Jahr später verbotenen „Freies Netz Süd“, einem Netzwerk von freien Kameradschaften in Bayern, beteiligt. Die Partei ist bisher vor allem in Süd- und Ostdeutschland aktiv. Die Mitglieder verstehen sich selbst mehr als militante Nazi-Elite, denn als Nazi-Partei, die möglichst viele Mitglieder und Stimmen von Wähler:innen gewinnen will. Ihre Positionen sind rassistisch, völkisch und antisemitisch. Die parteiinterne „Arbeitsgruppe Körper & Geist“ bietet vor allem Kampfsporttrainings an. Bisher konnte „Der III. Weg“ in Hamburg noch nicht Fuß fassen, auch wenn es sicherlich in Zukunft Versuche geben wird, die Strukturen auch auf Norddeutschland auszuweiten. Hier gilt es wachsam zu sein und diese Handlungsspielräume immer und überall möglichst klein zu halten.

 

Nachdem der bayerische Fußballverein Türkgücü München 2019 in die dritte Liga aufstieg, gab es gegen den Verein immer wieder Proteste von rechts. Vor allem „Der III. Weg“ positionierte sich mit seiner „Türkgücü München nicht willkommen“-Kampagne und etlichen Aufklebern sowie dem Zeigen von Bannern in Städten, in denen Türkgücü danach gespielt hat, deutlich. So scheint der Aufstieg von Türkgücü München für die Neonazi-Partei Anstoß gewesen zu sein, sich vermehrt mit dem Thema Fußball auseinanderzusetzen. Dabei gehen sie der Frage nach, ob die von rechts bisher propagierte Aussage „Fußball ist Fußball und Politik bleibt Politik“ überholt sei und sie fordern, „den Kampf um die Kurven“ zu führen. Auch wenn in vielen Fußballstandorten rechte Akteur:innen immer weniger offensiv auftreten können, sind deren Netzwerke im Fußball bis heute aktiv und reaktivierbar. Dies haben Demonstrationen wie HoGeSa in Köln im Oktober 2015, die Ausschreitungen in Chemnitz im August 2018 oder die Corona-Proteste wie im November 2020 in Leipzig deutlich gezeigt.

 

Wie ist die rechte Einflussnahme beim HSV einzuschätzen? Unsere Fanszene war in den 1980/1990er Jahren stark von rechtsoffenen bis rechten Positionen geprägt. Rassistische und antisemitische Äußerungen waren normal. Im Jahr 1985 waren rechte HSV-Fans an den Morden an Mehmet Kaymakcı (erschlagen in der Nacht vom 24. Juli zum 25. Juli in Hamburg-Langenhorn) und Ramazan Avcı (angegriffen am 21.12. in Hamburg-Eilbek, drei Tage später im Krankenhaus gestorben) beteiligt. Diese Morde sind in unserer Fanszene bis heute nicht aufgearbeitet worden. Trotzdem gibt es positive Veränderungen festzustellen: Immer mehr Gruppen und Fans positionierten sich gegen rechts und setzen sich für einen Fußball ein, der offen für alle ist, egal wo man herkommt, wen man liebt oder wie man aussieht. Allerdings sind die Nordtribüne und unser Verein groß und klar ist auch, dass es dort weiterhin Leute gibt, die rassistische oder anders diskriminierende Positionen teilen. Deswegen gilt es für alle HSV-Fans weiterhin wachsam zu sein – gerade auch in Zeiten geschlossener Stadien – und uns gegen solche plumpen Versuche, den Fußball und unseren HSV für rechte Propaganda zu missbrauchen, zu wehren.

Zum Gedenken an Ramazan Avcı: Betroffenenperspektive stärken, rechten Strukturen entgegentreten!

Heute jährt sich zum 35. Mal der Mord an Ramazan Avcı am Hamburger S-Bahnhof Landwehr. Zusammen mit zwei Begleitern, zu denen auch sein Bruder gehörte, wurde Ramazan Avcı von Neonazis angegriffen, die mit Ketten, Holzkeulen, Axtstielen und Gummiknüppeln bewaffnet waren. Bei der Flucht vor den Angreifern können Ramazan Avcıs Begleiter fliehen, er selbst wird von einem Auto der Neonazis erfasst und anschließend, am Boden liegend, getreten und geschlagen. Er erliegt seinen Verletzungen am 24. Dezember im Krankenhaus. Seine Verlobte, Gülüstan Avcı, bringt wenige Tage später den gemeinsamen Sohn zur Welt. Ramazan Avcı wurde 26 Jahre alt, er hatte große Teile seines Lebens noch vor sich.

Im Prozess gegen die Angeklagten wird Anklage wegen Totschlags erhoben, nicht wegen Mordes. Laut Strafgesetzbuch handelt es sich nur um einen Mord, wenn er aus niederen Beweggründen – wie beispielsweise Rassismus – begangen wurde. Die Argumentation der Staatsanwaltschaft lautet, dass dies auf die Täter zwar zutrifft, dies jedoch nur eine zusätzliche Motivation darstellte (Quelle: https://www.ndr.de/geschichte/chronologie/1985-Skins-schlagen-Ramazan-Avci-tot,avci106.html). Hauptsächlich hätten sich die Neonazis wegen des Tränengases rächen wollen, das die drei Angegriffenen zur Verteidigung anwendeten. Die Urteile für Ralph L. und Uwe P. lauten zehn bzw. sechs Jahren Haft wegen Totschlags. Wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung erhalten Volker K. und René W. je dreieinhalb Jahre Jugendstrafe. Norbert B. wird wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Die milden Urteile lassen Angehörige und Freund*innen der Familie bis heute fassungslos zurück.

Auch politisch erhielten Gülüstan Avcı und ihr Sohn nur vereinzelt Unterstützung, von offizieller Seite der Stadt oder des Senats kümmerte sich niemand. Bis heute hat sich keine offizielle Stelle bei ihnen gemeldet, um sich zu entschuldigen, es gab keinerlei Entschädigungszahlungen (Quelle: https://www.mopo.de/hamburg/grausame-tat-in-hamburg-sie-schlugen-und-traten-auf-einen-wehrlosen-ein-37809508). Stellvertretend dafür stehen die Aussagen des damaligen Innensenators Rolf Lange (SPD), der erklärt, es handele sich um einen Einzelfall, „das Opfer hätte genauso gut ein Deutscher sein können.“ Auch Oppositionsführer Hartmut Perschau (CDU) wollte „nicht an eine gezielte Aktion gegen einen Ausländer“ glauben (Quelle: https://www.mopo.de/hamburg/ramazan-avci—26—dieser-hamburger-war-eines-der-ersten-opfer-von-rechten–10842944). Der Mord an Ramazan Avcı kann daher nicht isoliert betrachtet werden, er steht stellvertretend für ein gesellschaftliches Klima, welches rechte Gewalttaten schlicht zuließ und förderte. Dutzende Angriffe auf People of Color und Menschen mit Migrationserfahrung fanden in den Monaten und Jahren zuvor statt, auch in Hamburg.

Ähnliche Entwicklungen erleben wir auch heute wieder. Gülüstan Avcı berichtete im Interview mit der taz vom letzten Jahr, dass auch sie in jüngster Vergangenheit auf offener Straße körperlich angegriffen und rassistisch beleidigt wurde (Quelle: https://taz.de/Hinterbliebene-ueber-rassistischen-Mord/!5647296/). In ihr lebt das Gefühl fort, jederzeit zum Opfer werden zu können. Dafür sorgen, neben den Äußerungen von menschenfeindlichen Parteien, auch etablierte Strukturen im Stadtbild. So wie die Täter sich damals in der „Gaststätte Landwehr“ trafen, von der regelmäßig Gewalttaten ausgingen, gibt es leider auch heute noch zahlreiche rechte Treffpunkte und Kneipen in Hamburg. Dazu zählen in Teilen auch Orte, die mit Fußballvereinen und dessen Fans eng verbunden sind. Die Mörder von Ramazan Avcı waren beispielsweise organisierte Anhänger unseres HSV. Als solche waren sie jedoch keinesfalls isoliert. Bei einem Heimspiel im Februar 1986 wurden von rechten Skinheads Flugblätter im Volkspark verteilt, auf denen der Politik die Schuld für die Tat gegeben wurde, da diese zugelassen habe, dass „so viele Ausländer nach Deutschland kämen.“ Indem rechtsextremen Einstellungen Freiräume überlassen werden, werden Angriffe auf Menschen, die nicht in ein neonazistisches Weltbild passen, billigend in Kauf genommen. Dagegen gilt es, sich zu organisieren und solchen Strukturen entgegen zu treten.

Dem Engagement von Gülüstan Avcı und der Initiative zum Gedenken an Ramazan Avcı ist es zu verdanken, dass im Jahr 2012 der Tatort am S-Bahnhof Landwehr in Ramazan- Avcı-Platz umbenannt worden ist. Einen Platz zum Gedenken an die Opfer und zur Information über rechtsextreme Gewalttaten zu schaffen, ist ein erster Schritt, um diese in Zukunft zu verhindern. Deswegen schließen wir uns dem Aufruf zur Teilnahme an der Gedenkveranstaltung zum 35. Todestag von Ramazan Avcı an. Diese findet, unter Einhaltung der Corona-Auflagen, am 21.12. um 18 Uhr am Ramazan- Avcı-Platz statt.

Folge 04 – Ständig auf Achse: Die rollenden HSV-Fans

Als rollende HSV-Fans haben sich André und Marcel in sozialen Netzwerken und der HSV-Fanszene bereits einen Namen gemacht. Sie fahren regelmäßig zu Heim- und Auswärtsspielen und schauen sich auch gern Stadien anderer Ligen und Vereine an. Doch wie erleben die beiden als Rollifahrer den normalen Wahnsinn eines Spieltages? Was für schöne Erlebnisse, aber auch Widrigkeiten kann ein Stadionbesuch für sie mit sich bringen? Wir sprechen mit den beiden über Barrierefreiheit im Fußball und in der Gesellschaft, über ihre Anfänge in der HSV-Familie und ihre Sehnsucht nach Stadionbesuchen in der Corona-Zeit. Mehr Infos und regelmäßige Updates zu André und Marcel findet ihr auf ihren Kanälen bei

Twitter: Marcel Fricke (@rollenderhsvfan) / Twitter
Facebook: Rollenderhsvfan | Facebook
Und Instagram: rautenfranz (André Fricke), rollenderhsvfan (Marcel Fricke)

 

Folge 03 – Das Hamburger Weg Klassenzimmer

In die Schule gehen wir selbst nicht mehr, das Klassenzimmer des Hamburger Wegs finden wir trotzdem spannend. Im Volksparkstadion werden für Schulklassen Workshops zu verschiedenen Themen angeboten. Zu Gast ist Robin, Lehrkraft im Klassenzimmer, von dem wir uns das Projekt erklären lassen. Gemeinsam sprechen wir über Ansätze für pädagogische Arbeit mit Fußballfans, über die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen dieser Arbeit.

Mehr Infos zum Klassenzimmer findet ihr hier: https://www.hsv.de/volksparkstadion/testseite-stadionfuehrung-museum/hh-weg-klassenzimmer

Folge 02 – Blick über den Tellerrand: Die Schalker Fan-Initiative

Im Rahmen unseres Auswärtsspiels in Bochum im Februar, waren wir bei der Schalker Fan-Initiative e.V. (https://www.fan-ini.de/ ) zu Gast. Bei Bier und Pizza tauschten wir uns auf der „Schalker Meile“ über das aus, was uns in Hamburg und Gelsenkirchen gleichermaßen bewegt: Die Arbeit gegen Rassismus, Antisemitismus, Homophobie und Sexismus im Fußballumfeld. Ein Austausch, an dem wir Euch gerne teilhaben lassen möchten.

In unserer Folge 02 unterhalten sich Simon und Julius mit Sven von der „Fanini“ über die Geschichte des Vereins, der 1992 unter dem Motto „Schalker gegen Rassismus“ entstand,  und die aktuelle Situation in Gelsenkirchen.

Wir wünschen euch viel Spaß beim Hören!

Folge 01 – Hamburger Fußball im Nationalsozialismus

„Hamburger Fußball im Nationalsozialismus. Einblicke in eine jahrzehntelang verklärte Geschichte.“ ist der Titel einer Wanderausstellung der KZ-Gedenkstätte Neuengamme, die zum ersten Mal 2016 im Hamburger Rathaus gezeigt wurde. Wir sprechen mit Paula, die an der Erarbeitung der Ausstellung beteiligt war, über diese Geschichte. Welche Rolle spielte der Fußball im Nationalsozialismus? Wer konnte damals überhaupt Fußball spielen? Was lässt sich über den HSV zu dieser Zeit sagen?

Wir wünschen viel Spaß beim Hören, und empfehlen euch einen Besuch der KZ-Gedenkstätte Neuengamme: https://www.kz-gedenkstaette-neuengamme.de/

Kleine Berichtigung: Das erste Endspiel um die deutsche Fußballmeisterschaft fand 1903 nicht in Hamburg statt, sondern im benachbarten Altona, das zur der Zeit noch eigenständig war.

Kleine Berichtigung Teil II zu den Olympischen Spielen 1936, bei denen keine jüdischen Sportler*innen für Deutschland antreten durften: Der Vollständigkeit halber seien Helene Mayer und Rudi Ball als Olympionik*innen erwähnt. Diese wurden von den Nazis nach den Nürnberger Rassegesetzen als sogenannte „Halbjuden“ eingestuft. Sie wohnten Mitte der 1930er Jahre nicht mehr in Deutschland, kamen für die Olympischen Spiele zurück, wurden allerdings vom Großteil der jüdischen Gemeinschaft nicht als ihre jüdischen Vertreter*innen wahrgenommen. Mehr zum Thema z.B. bei Henry Wahlig (2015): Sport im Abseits: Die Geschichte der jüdischen Sportbewegung im nationalsozialistischen Deutschland.

Netzwerk – Der Podcast vom Netz E

Liebe HSVer*innen,

mit „Netzwerk – Der Podcast vom Netz E“ startet das Netzwerk Erinnerungsarbeit ein eigenes Podcast-Format. In regelmäßigen Abständen wird sich unser Moderatoren-Team mit Gästen zu den vielfältigsten Themen rund um Antidiskriminierungs- und Erinnerungsarbeit im Fußballkontext – natürlich mit speziellem Fokus auf unseren HSV – austauschen.

In Folge 0 stellen wir nicht nur uns und die Idee hinter dem Podcast vor, sondern geben auch einen ersten Einblick in die Arbeit des Netzwerks. Als Gast steht dankenswerterweise Annabell – Netz E-Mitstreiterin der ersten Stunde – Rede und Antwort.

Viel Spaß beim Hören!

Täterschaften im Nationalsozialismus – Eine Projektfahrt (nicht nur) über Otto „Tull“ Harder

Otto „Tull“ Harder ist in den 1920er Jahren einer der bekanntesten deutschen Fußballspieler und Idol beim HSV. Im Sommer 1933 geht er zur SS, arbeitet ab 1939 als KZ-Aufseher und leitet später zwei verschiedene Außenlagern des KZ-Neuengamme als Lagerführer. Wir wollen nach Hannover fahren und uns diese Orte angucken. Was lernen wir dort über das Außenlager-System und die Motivationen und Handlungsspielräume von Männern wie Harder? Was für andere Formen von Täterschaften im Nationalsozialismus hat es noch gegeben? Was erzählen Überlebende von den Zuständen in den verschiedenen Lagern? Wie wird heute an den unterschiedlichen Orten der ehemaligen Lager in Hannover mit der nationalsozialistischen Vergangenheit umgegangen? Wie wünschen wir uns eine Erinnerungsarbeit beim HSV?Neben den ehemaligen Außenlagerorten werden wir die Gedenkstätte Ahlem besuchen sowie uns mit Teilen des Arbeitskreises „Ein Mahnmal für das Frauen-KZ in Limmer“ treffen.

Alle interessierten HSV Fans sind eingeladen mitzukommen. Kosten betragen inklusive Anfahrt, Übernachtung und Frühstück 25,- Euro (15,- für Schüler*innen, Studierende und Erwerbslose).

Anmelden bis zum 13.3.2020 an netze@hsv.de Abfahrt ist am 27.3.2020 um 16 Uhr und zurück sind wir am 29.3.2020 um ca. 17 Uhr.