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Adrian Maleika – Tod eines Fußballfans. Filmvorführung und anschließende Diskussion

Netzwerk Erinnerungsarbeit Adrian Maleika

Am 17. Oktober 2022 jährt ich zum 40. Mal der Tod von Adrian Maleika. Bei einem Angriff von HSV-Fans vor dem Heimspiel gegen Werder Bremen wurde er von einem Stein am Kopf getroffen und erlag wenig später seinen Verletzungen. Adrian Maleika war das erste Todesopfer der in den 1980er Jahren zunehmenden Fangewalt.

Im Rahmen der Ausstellungsreihe „Ins rechte Licht gerückt – Der Einfluss von rechts auf die HSV-Fanszene der 1980er Jahre“ des Netz E in Zusammenarbeit mit dem HSV-Museum, zeigt das Netz E mit Unterstützung vom Supporters Club am 5.10.2022 die Dokumentation “Adrian Maleika – Tod eines Fußballfans”, eine Sportclub Story vom NDR Fernsehen.

Das anschließende Podiumsgespräch thematisiert die Nachwirkungen seines Todes und die Reaktionen von Fans, Fanprojekten und Vereinen. Dazu stellen sich Fragen nach der politischen Dimension der Tat und wie heute ein würdiges Gedenken an Adrian Maleika aussehen kann.

5.10.2022 / Haus des Sports Olympiasaal

Einlass 18.30 Uhr / Beginn 19.00 Uhr

Täterschaften im Nationalsozialismus – eine Projektfahrt (nicht nur) über Otto „Tull“ Harder

Otto „Tull“ Harder ist in den 1920er-Jahren einer der bekanntesten deutschen Fußballspieler und Idol beim HSV. Im Sommer 1933 geht er zur SS, arbeitet ab 1939 als KZ-Aufseher und leitet später zwei verschiedene Außenlager des KZ-Neuengamme als Lagerführer.

Wir wollen nach Hannover fahren und uns diese Orte angucken. Was lernen wir dort über das Außenlager-System und die Motivationen und Handlungsspielräume von Männern wie Harder? Was für andere Formen von Täterschaften im Nationalsozialismus hat es noch gegeben? Was erzählen Überlebende von den Zuständen in den verschiedenen Lagern? Wie wird heute an den unterschiedlichen Orten der ehemaligen Lager in Hannover mit der nationalsozialistischen Vergangenheit umgegangen? Wie wünschen wir uns eine Erinnerungsarbeit beim HSV?

Neben den ehemaligen Außenlagerorten werden wir die Gedenkstätte Ahlem besuchen sowie uns mit Teilen des Arbeitskreises „Ein Mahnmal für das Frauen-KZ in Limmer“ treffen. Informationen zu den Rahmendaten sind dem Visual zu entnehmen.

Anmelden könnt ihr euch bis zum 12.9.2022 an NetzE.HSV@mail.de.

Die Fahrt wird unterstützt von PFiFF und der HSV Fußball AG.

Mitschnitt der Podiumsdiskussion – Folge 9 unseres Podcasts

Immer wieder werden Personen in Deutschland aus rassistischen Motiven beleidigt und angegriffen. 1985 starben Mehmet Kaymakçı und Ramazan Avcı nach Angriffen, bei denen die Täter teilweise aus der HSV-Fanszene kamen. Solingen, Mölln, Halle und Hanau waren keine Einzelfälle, sondern rechte Gewalt passiert alltäglich. In der Vergangenheit wurde viel darüber geschwiegen, auch im Fußball und beim HSV.

Was heißt das für uns heute? Was können wir tun? Darüber haben wir uns am 10. Mai 2022 im Rahmen einer Podiumsdiskussion im Haus des Sports mit unseren Gäst*innen unterhalten. Das Gespräch haben wir in Form einer Podcast-Folge aufbereitet.

Die Diskussionsteilnehmer*innen:

  • Ibrahim Arslan ist Opfer und Überlebender der rassistischen Brandanschläge von Mölln 1992, Bildungsaktivist und Mitgründer des Freundeskreises für das Gedenken an die rassistischen Brandanschläge von Mölln 1992.
  • Ünal Zeran lebt seit Beginn der 1980er in Hamburg, ist fußballbegeisterter Fachanwalt für Migrationsrecht, engagiert sich seit 35 Jahren gegen Rassismus in verschiedenster Ausprägung und unterstützt Opfer rechter Gewalt.
  • Geneviève Favé arbeitet seit 1986 im HSV-Fanprojekt, hat während dieser Zeit verschiedenste Projekte gegen Diskriminierung mit unterschiedlichen Fans durchgeführt und engagiert sich im Netzwerk Erinnerungsarbeit.
  • Florian Schubert beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Diskriminierung, rechter Gewalt und Initiativen in Fanszenen und Vereinen dagegen, ist Lehrer an einer Stadtteilschule und hat zu Antisemitismus im Fußball promoviert.

Moderatorin:

  • Paula Scholz ist Teil des Netzwerk Erinnerungsarbeit und des Ausstellungsteams.

Weiterführende Infos:

  • Ünal Zeran erzählt, dass die Prozessakten des Prozesses gegen Beteiligte am Mord an Razam Avcı im „Schwarzmarkt“ anzusehen sind. Den Infoladen Schwarzmarkt findet man unter der Adresse Kleiner Schäferkamp 46 in Hamburg.
  • Initiative zum Gedenken an Ramazan Avcı
  • Informationen zum Gedenken an Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân aus der Halskestraße 72 könnt Ihr hier finden.
  • Am 21. Mai 2022 wurde der Dichterin und Arbeiterin Semra Ertan zu ihrem 40. Todestag gedacht. In diesem Jahr fand die Gedenkveranstaltung von 14 – 14:30 Uhr an der Kreuzung Simon-von-Utrecht-Straße / Detlev-Bremer-Straße und von 15 – 17:00 Uhr im Arrivati-Park statt. Die Initiative ist hier zu finden.
  • Zum Gedenken an die Opfer des Anschlags von Mölln findet Ihr hier alle wichtigen Informationen.
  • Die Podiumsdiskussion ist Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung „Ins rechte Licht gerückt“

Podiumsdiskussion am 10. Mai 2022: Rechte Gewalt in den 1980ern in Hamburg

Das Netzwerk Erinnerungsarbeit veranstaltet am 10. Mai um 19 Uhr eine Podiumsdiskussion im Haus des Sports zum Thema „Rechte Gewalt in den 1980ern in Hamburg“ und stellt die Frage: „Was heißt das für uns heute“?

Eine vorherige Anmeldung ist nicht nötig.

 

Veranstaltungsreihe „Fussball war schon immer unpolitisch“

„Fußball war schon immer unpolitisch“ – Eine Veranstaltungsreihe des Netzwerk Erinnerungsarbeit im HSV

Ob von Verbänden, Fankurven oder Funktionären, seit es den Fußball in Deutschland gibt, wird immer wieder die Behauptung laut, dieser sei unpolitisch. Dabei beweisen uns beispielsweise fanpolitische Forderungen nach bezahlbaren Ticketpreisen oder Auftritte von ranghohen Politiker*innen bei Länderspielen regelmäßig das Gegenteil. Die Auffassung, wer sich gegen Diskriminierung einsetzt, bringe Politik in Stadion, wird allerdings nicht nur von extrem Rechten geteilt.

In verschiedenen Formaten wollen wir uns mit dieser Veranstaltungsreihe zu den Themen Fußball, Politik, Nationalsozialismus und rechter Szene auseinandersetzen. Nicht immer hängen all diese Dinge direkt miteinander zusammen. Dennoch gab und gibt es immer wieder Überschneidungen, auf die es sich lohnt, einen genaueren Blick zu werfen.

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