Rechtsradikale Personen im Umfeld des Hamburger Sport-Verein

In den letzten Tagen und Wochen wurde der Hamburger Sport-Verein in den Medien vermehrt mit rechtsradikalen Personen in Verbindung gebracht.

Durch eine Exif-Recherche rückte zuletzt erneut Bernd Tödter in den medialen Fokus, auf den die NSU-Watch bereits im Jahr 2013 aufmerksam machte. Damals hieß es:

„Mit einigen Kameraden, die zum Teil aus seiner “alten” Bad Segeberger Struktur kamen und ebenfalls in Kassel gelandet waren, gründete er 2003 einen Fanclub des Hamburger Sportvereins, die HSV Pit Bull’s, die seit 2006 auch als eingetragener Dartsport-Verein im Ligabetrieb spielen. Seine damalige Kasseler Lebensgefährtin und sein bis 2005 im sächsischen Zwickau wohnender Bruder traten gar als Vorsitzende eines Dartsportbund Deutschland auf. Neonazis aus dem Kreis der HSV Pit Bull’s waren es auch, die 2004 im nordhessischen Wethen über Wochen hinweg eine kurdische Familie terrorisierten, bis diese schließlich das Dorf verließ“ (Quelle: https://www.nsu-watch.info/2013/04/nicht-aufregend-und-gar-nicht-geheim/).

Bekannt wurde die Person Bernd Tödter dabei auch dadurch, dass dieser angab in Kassel die NSU-Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt getroffen zu haben. Als er zu diesen Geschehnissen in den Zeugenstand im Rahmen des NSU-Prozess gerufen wurde, konnte Tödter sich an derartige Treffen allerdings nicht mehr erinnern. Neben seinem HSV Fanclub übernahm Tödter auch die Neonazigruppe „Sturm 18 Kassel“ und organisierte weitere neonazistische Organisationen wie eine rechtsradikale Gefangenhilfe. In Bad Segeberg tötete er 1993 einen Obdachlosen. Die Gefahr die von Tödter ausgeht ist daher unter keinen Umständen zu unterschätzen. Die NSU-Watch führte zur Person Tödter weiter aus:

„Der 38-Jährige Tödter ist das, was man gemeinhin eine “tickende Zeitbombe” nennt. Eine Spur der Gewalt zieht sich seit 20 Jahren durch seine Vita. 1993 tötete er in Bad Segeberg aus neonazistischer Gesinnung heraus einen Obdachlosen, saß dafür eine mehrjährige Jugendstrafe ab“ (Quelle: https://www.nsu-watch.info/2013/04/nicht-aufregend-und-gar-nicht-geheim/).

Nach seiner längeren Haftstrafe wohnt Bernd Tödter nun wieder in Bad Segeberg und versucht dort massiv, für die durch ihn neugegründete Neonazigruppe „Aryan Circle“ zu rekrutieren. Zuletzt trat diese Gruppierung in Erscheinung, als sie in Sülfeld zwei Personen angriffen, die im Ort angebrachte Mobilisierungs-Flyer der Gruppierung entfernten (Quelle: https://segeberg-bleibt-bunt.org/sonstiges).

Wir rufen alle HSV-Fans und vor allem diejenigen aus Bad Segeberg dazu auf, sich nicht vor seinen Karren spannen zu lassen und sich auf allen Ebenen von seiner Person sowie seiner Gruppe konsequent zu distanzieren! Seid solidarisch und lasst nicht zu, dass andere Menschen von dieser rechtsextremen Gruppierung eingeschüchtert werden!

Wer sich solidarisch zeigen möchte und nicht in Kiel beim Auswärtsspiel ist, dem empfehlen wir die Teilnahme an der Demo „Wir sind Mehr – Bad Segeberg bleibt Bunt!“ Diese findet Samstag den 09. November 2019 um 13:00 parallel zum Auswärtsspiel in Kiel statt.

Wir stehen momentan in engem Kontakt mit der Fanbetreuung, um zu überprüfen ob Bernd Tödter noch Mitglied im Hamburger Sport-Verein ist und ob der Fanclub HSV-Pittbulls noch den Status eines offiziellen Fanclubs innehat.

Weitere Informationen findet Ihr hier:

www.segeberg-bleibt-bunt.org
http://www.wethen.de/pitbull2.htm
https://www.nsu-watch.info/2013/04/nicht-aufregend-und-gar-nicht-geheim/
https://exif-recherche.org/?p=6428

Für Aufsehen sorgte in den letzten Wochen zudem ein Wahlkampfordner des Faschisten Björn Höcke in einer Jacke des HSV Supporters Club, der in einem Beitrag von Spiegel TV zu sehen ist. Das Hamburger Abendblatt berichtete in der Folge mehrfach über eine eventuelle Mitgliedschaft des Ordners im Hamburger Sport-Verein.

Grund für diese Annahme war dabei, dass diese Jacke offiziell nur an Mitglieder des HSV verkauft wird. Relativ schnell erkannte das Hamburger Abendblatt allerdings, dass naheliegender Weise auch die Möglichkeit besteht über Dritte an eine derartige Jacke zu kommen.

Auch währen der „Hamburger Michel, Wach Auf!“ Demonstrationen wurden in der Vergangenheit öfters Personen in Kleidung mit Bezug zum Hamburger Sport-Verein gesichtet. Dies zu unterbinden ist zu diesem Zeitpunkt leider genauso unmöglich wie die betreffenden Personen anhand von Fotos, die keinen Rückschluss auf die Identität der Person erlauben, aus dem Verein auszuschließen.

Nichtsdestotrotz sehen Wir es als unsere Aufgabe an klarzustellen, dass weder Bernd Tödter und sein Fanclub noch Höckes faschistische Ideologie in unserem Verein etwas verloren haben! Rassismus und Faschismus sind keine Meinung, sondern ein Verbrechen.

Love Hamburg – Hate Racism!

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