Wie wollen wir gedenken?

Wir möchten uns ganz herzlich bei allen Teilnehmer*innen bedanken.

Ein Mitschnitt der Veranstaltung ist auf unserem Youtubekanal zu sehen!

Ein Gespräch über Erinnerungskultur im Fußball

Vor über einem Jahr, am 27.1.2020, weihte der HSV auf Initiative des Netzwerks Erinnerungsarbeit eine Tafel in Gedenken an die Verfolgten des Nationalsozialismus ein. Seitdem steht diese Tafel am Eingang Nord-Ost neben dem Eingang zum Fanrestaurant „Die Raute“.

Das war ein wichtiger Schritt, der aber nur einer von vielen sein kann. Gedenken ist ein stetiger und aktiver Prozess, der mit dem Aufstellen einer Tafel nicht beendet ist. Doch wie wollen wir als HSV diesen Prozess angehen? Wie möchten wir als Verein und Fans in Zukunft Mitgliedern der HSV-Familie, die im Nationalsozialismus verfolgt, deportiert und ermordet wurden, gedenken? Wie gehen wir damit um, dass etliche HSVer Täter im Nationalsozialismus waren?

Wir haben zum 27.1.2021 zahlreiche Fanclubs und Vereinsgremien angeschrieben und gefragt, wie wir gedenken wollen. Um diese Ergebnisse vorzustellen und uns weiter mit dem Thema auseinanderzusetzen, veranstalten wir am 27.4. um 19.00 Uhr ein Online-Podium. Die Referent*innen kommen aus unterschiedlichen Fußball-Kontexten und diskutieren darüber, wie Erinnerungskultur speziell beim HSV und allgemein im Fußball aussehen kann, was es dabei zu beachten gilt und wo aktuelle Herausforderungen, aber auch Chancen liegen.

Mit auf dem Podium sind:

Felix Tamsut: Freier Journalist, der über Fankultur in Deutschland berichtet. Er ist selbst aktiver Fan beim 1. FC Köln, kommt aus Israel und ist Jude.

Juliane Röleke: Historikerin, selbstständige Bildungsreferentin, ehemalige wissenschaftliche Leitung des Projekts „Aus der eigenen Geschichte lernen“ von Hertha BSC, promoviert aktuell zu Alltag und Geschlecht im Nordirlandkonflikt und arbeitet nebenbei weiter für verschiedene Fußballvereine und NS-Gedenkstätten.

Paula Scholz: Kriminologin, freie Mitarbeiterin der KZ-Gedenkstätte Neuengamme, aktiv im Netzwerk Erinnerungsarbeit, ist Teil vom Netzwerk F_in – Frauen im Fußball und arbeitet an einer Ausstellung über rechten Einfluss auf die HSV-Fanszene der 1980er Jahre.

Niko Stövhase: Leiter des HSV-Museum, erarbeitet gerade mit einer Gruppe Studierender der HAW ein Konzept für einen Gedenkort für verstorbene Fans im HSV-Museum.

Christoph Ruf (freier Journalist und Autor) moderiert die Veranstaltung.

Netzwerk Erinnerungsarbeit (Netz E), März 2021

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