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Adrian Maleika – Tod eines Fußballfans. Filmvorführung und anschließende Diskussion

Netzwerk Erinnerungsarbeit Adrian Maleika

Am 17. Oktober 2022 jährt ich zum 40. Mal der Tod von Adrian Maleika. Bei einem Angriff von HSV-Fans vor dem Heimspiel gegen Werder Bremen wurde er von einem Stein am Kopf getroffen und erlag wenig später seinen Verletzungen. Adrian Maleika war das erste Todesopfer der in den 1980er Jahren zunehmenden Fangewalt.

Im Rahmen der Ausstellungsreihe „Ins rechte Licht gerückt – Der Einfluss von rechts auf die HSV-Fanszene der 1980er Jahre“ des Netz E in Zusammenarbeit mit dem HSV-Museum, zeigt das Netz E mit Unterstützung vom Supporters Club am 5.10.2022 die Dokumentation “Adrian Maleika – Tod eines Fußballfans”, eine Sportclub Story vom NDR Fernsehen.

Das anschließende Podiumsgespräch thematisiert die Nachwirkungen seines Todes und die Reaktionen von Fans, Fanprojekten und Vereinen. Dazu stellen sich Fragen nach der politischen Dimension der Tat und wie heute ein würdiges Gedenken an Adrian Maleika aussehen kann.

5.10.2022 / Haus des Sports Olympiasaal

Einlass 18.30 Uhr / Beginn 19.00 Uhr

24.07.1985 – In Gedenken an Mehmet Kaymakcı

Am Sonntag, den 24. Juli, jährte sich zum 37. Mal der Mord an Mehmet Kaymakcı. Er wurde 1985 aus rassistischen Motiven in Hamburg-Langenhorn mit einer Betonplatte erschlagen. Einer der drei Täter war HSV-Fan.

Mehmet Kaymakcı wurde 1956 in Haymana, in der Nähe der türkischen Hauptstadt Ankara, geboren und kam 1980 nach Deutschland. Dort befindet sich heute auch sein Grab. Am Tatort im Kiwittsmoor-Park im Hamburger Stadtteil Langenhorn erinnert erst seit letztem Jahr ein Gedenkstein an ihn.

Das Bild zeigt den Gedenkstein, der an Mehmet Kaymakcı erinnert

Gedenkstein in Erinnerung an Mehmet Kaymakcı

Die rassistische Dimension des Mordes wurde – wie auch bei anderen rechtsmotivierten Morden in den 1980er-Jahren in Hamburg – von staatlicher Seite ignoriert und bestritten. Die Angehörigen der Opfer wurden alleingelassen. Sie müssen bis heute für ein würdiges Andenken kämpfen

Die Notwendigkeit für uns als HSV, sich mit dem Mord an Mehmet Kaymakcı auseinanderzusetzen und sich gegen Rassismus zu positionieren, ergibt sich nicht nur aus der Tatbeteiligung eines HSV-Fans. Als bedeutender Verein unserer Stadt haben wir auch eine Verantwortung, an die Opfer rassistischer Gewalt in Hamburg zu erinnern. Mit der Sonderausstellung „Ins rechte Licht gerückt – Der Einfluss von rechts auf die HSV-Fanszene der 1980er-Jahre“  haben wir einen ersten Schritt gemacht, dem noch viele weitere folgen müssen. Wir können weiterhin nur sehr empfehlen, diese Ausstellung zu besuchen.

Am Sonntag, den 24.07.2022, fand im Kiwittsmoor-Park eine Gedenkveranstaltung statt, die von der „Initiative zum Gedenken an Ramazan Avcı“, Gülüstan Avcı sowie Faruk Arslan und dem Bezirksamt Hamburg-Nord organisiert wurde. Da der HSV zeitgleich spielte, haben wir das Gedenken am Spieltag ins Stadion getragen und unsere Anteilnahme durch ein Trauergesteck am Gedenkstein für Mehmet Kaymakcı im Kiwittsmoor-Park ausgedrückt.

Das Bild zeigt ein Spruchband, das das Gedenken an Mehmet Kaymakcı ausdrückt.

Spruchband in Erinnerung an Mehmet Kaymakcı

Weitere Hintergründe zum Fall finde sich unter https://mehmet-kaymakci.de.

Wir gedenken Mehmet Kaymakcı – Mehmet Kaymakcı’yı anıyoruz

24 temmuz Pazar günü Mehmet Kaymakcı’nın ırkçı cinayetinin yıl dönümü kutlandı. Üç katilden biri HSV’lı futbol takımının taraftarıydı.

Mehmet Kaymakcı 1956 yıllında Ankara’ya yakın bir yerde olan Haymana’da doğdu ve 1980’de Almanya’ya gitti. Mezarı memleketi Haymana’da bulunmaktadır. Hamburg-Langenhorn’da Kwittsmoor Parkı’nında öldürülen Mehmet Kaymakcı’yı anmak için geçen sene olay yerine bir anıt taşı dikilmiştir.

1980’li yıllarda ırkçı nedenlerle işlenen cinayetler siyasi yetkililer tarafından yok sayılmış ve bu cinayetler ırkçı cinayet olarak kabul edilmemiştir. Kurbanların yakınları yalnız bırakılmış olup bu güne kadar, kurbanların anıları için savaşmak zorunda kaldılar.

HSV olarak Mehmet Kaymakcı cinayetiyle ilgilenmemiz ve bugün ırkçılığa karşı konumlanmamız gerekliliği sadece bir HSV taraftarının bu suça karışmasından kaynaklanmamaktadır. Şehrimizdeki önemli bir dernek olarak, Hamburg’daki ırkçı şiddet mağdurlarını anma sorumluluğumuz da var. HSV Müzesi’nde düzenlenen „Ins rechte Licht gerückt – Der Einfluss von rechts auf die HSV-Fanszene der 1980er Jahre“ özel sergisi ile bu sergilerin devamının gelmesi için gereken ilk adımı attık. bu sergiyi ziyaret etmenizi önemle tavsiye ediyoruz.

Anma etkinliği 24.07.2022 Pazar günü saat 15.00’te KiwittsmoorPark, Hohe Liedt’te gerçekleşti ve „Ramazan Avcı Anma Girişimi“, Gülüstan Avcı, Faruk Arslan ve Hamburg-Nord Bölge Ofisi  tarafından düzenlendi „.Aynı zamanda anma törenini oynanan HSV maç günü stadyuma taşıdık ve Mehmet Kaymakcı için yapılan anıt taşında cenaze töreni düzenlendi. Daha fazla bilgi için https://mehmet-kaymakci.de

Mitschnitt der Podiumsdiskussion – Folge 9 unseres Podcasts

Immer wieder werden Personen in Deutschland aus rassistischen Motiven beleidigt und angegriffen. 1985 starben Mehmet Kaymakçı und Ramazan Avcı nach Angriffen, bei denen die Täter teilweise aus der HSV-Fanszene kamen. Solingen, Mölln, Halle und Hanau waren keine Einzelfälle, sondern rechte Gewalt passiert alltäglich. In der Vergangenheit wurde viel darüber geschwiegen, auch im Fußball und beim HSV.

Was heißt das für uns heute? Was können wir tun? Darüber haben wir uns am 10. Mai 2022 im Rahmen einer Podiumsdiskussion im Haus des Sports mit unseren Gäst*innen unterhalten. Das Gespräch haben wir in Form einer Podcast-Folge aufbereitet.

Die Diskussionsteilnehmer*innen:

  • Ibrahim Arslan ist Opfer und Überlebender der rassistischen Brandanschläge von Mölln 1992, Bildungsaktivist und Mitgründer des Freundeskreises für das Gedenken an die rassistischen Brandanschläge von Mölln 1992.
  • Ünal Zeran lebt seit Beginn der 1980er in Hamburg, ist fußballbegeisterter Fachanwalt für Migrationsrecht, engagiert sich seit 35 Jahren gegen Rassismus in verschiedenster Ausprägung und unterstützt Opfer rechter Gewalt.
  • Geneviève Favé arbeitet seit 1986 im HSV-Fanprojekt, hat während dieser Zeit verschiedenste Projekte gegen Diskriminierung mit unterschiedlichen Fans durchgeführt und engagiert sich im Netzwerk Erinnerungsarbeit.
  • Florian Schubert beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Diskriminierung, rechter Gewalt und Initiativen in Fanszenen und Vereinen dagegen, ist Lehrer an einer Stadtteilschule und hat zu Antisemitismus im Fußball promoviert.

Moderatorin:

  • Paula Scholz ist Teil des Netzwerk Erinnerungsarbeit und des Ausstellungsteams.

Weiterführende Infos:

  • Ünal Zeran erzählt, dass die Prozessakten des Prozesses gegen Beteiligte am Mord an Razam Avcı im „Schwarzmarkt“ anzusehen sind. Den Infoladen Schwarzmarkt findet man unter der Adresse Kleiner Schäferkamp 46 in Hamburg.
  • Initiative zum Gedenken an Ramazan Avcı
  • Informationen zum Gedenken an Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân aus der Halskestraße 72 könnt Ihr hier finden.
  • Am 21. Mai 2022 wurde der Dichterin und Arbeiterin Semra Ertan zu ihrem 40. Todestag gedacht. In diesem Jahr fand die Gedenkveranstaltung von 14 – 14:30 Uhr an der Kreuzung Simon-von-Utrecht-Straße / Detlev-Bremer-Straße und von 15 – 17:00 Uhr im Arrivati-Park statt. Die Initiative ist hier zu finden.
  • Zum Gedenken an die Opfer des Anschlags von Mölln findet Ihr hier alle wichtigen Informationen.
  • Die Podiumsdiskussion ist Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung „Ins rechte Licht gerückt“